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| Bernard Rappaz |
Bernard Rappaz, das auf jeden Fall populärste „Medienopfer 2010“, hat schon manchem Bürger in der Schweiz Kopfschmerzen bereitet. Man stellte ethische Theorien am Stammtisch auf, wie auch sehr intellektuelle Randnoten wie "Lasst diesen ***(beliebiges Wort einsetzbar) doch endlich sterben". Dieser "Kriminelle" hat uns sicherlich alle schon auf irgend eine Weise beschäftigt, ob ihr es wolltet oder nicht. Boulevard-Zeitungen haben sich Woche für Woche ins Fäustchen gelacht, als sie wieder einmal mit einem äußerst informativen Bericht über den Hanfbauern Rappaz ihre Seiten füllen konnten. Was wollten uns die Medien damit sagen? Wieso hat dieser Mann für soviel mehr Aufruhr gesorgt als andere scheinbar untaugliche No-Names dieser Nation? Zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Rappaz, Rebell der neuen Zeit und Häftling seiner Selbst.
Überschaue ich diese Situation als passiver Beobachter genauer, sehe ich den vermeintlich liebenswerten Schweizer Bürger als so derart sadistisch, dass ihn zur Schau gestellte, in Medien ans Kreuz genagelte Feindbilder befriedigen. Sind solche Feindbilder unseres Mainstreams von Nöten?
Jetzt stell dir vor, Rappaz hätte es in unserer kleinen, von Medien beeinflussten Welt niemals gegeben. Stell dir vor, man hätte ihn hinter der Kulisse so behandelt, was man für moralisch gut und gesetzlich gerecht empfunden hätte, ohne dass man jemals etwas davon erfahren hätte. Hätte dies unser Leben im Jahre 2010 nicht ein bisschen einfacher gemacht? Wohl eher nicht, muss ich trotz allem gestehen. Rappaz brachte gewisse Farbe in die graue, trostlos mediale Welt- brachte Abwechslung in unseren Alltag und war unbestritten ein einflussreiches Glied in unserer verspielten Medienlandschaft.
Erstaunlich gütig, wie Bernard unser Volk immer noch mit Glücksgefühlen und Entspanntheit im Alltag beliefert hat- Justament mit legalen Mitteln versteht sich. Danke Rappaz
Koile
