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Dienstag, 26. Oktober 2010

Was wäre wenn...?

5 Tage Arbeit, 5 Tage Anpassung, 5 Tage hat sich eine Spannung in mir aufgebaut, die sich gleich zur Hochspannung entwickelt. Einen Kurzschluss wird es heute geben, ich bin bereit für den Freitag Abend, bereit diese 5 Tage-nur-noch-Erinnerung hinter mir zu lassen. Es ist jetzt Nebensache wohin mein Boss in die Ferien geht, welches Wetter er lieber hätte und was ER sonst noch so tut.
Es ist mir jetzt egal was auf dieser Welt so alles schief läuft, wer wen gerade bei Facebook auf einem Foto markiert hat und wer sich gerade vom Bachelor zum universitären Master entwickelt hat.
Das Handy steht jetzt auf Empfang, die engen Slim-Fit Markenjeans sind bereit um neues zu entdecken und meine beiden Beine vor Kälte und Ausschlag zu schützen. Es geht nach Bern, Capitale unseres Heimatland`s. Sie wird es heute sein, die uns glücklich machen soll. 
Troy, charakteristisch sehr direkt und offen, optisch elegant und modisch, Begleiter eines Psychopathen wie mir, ruft mich an. "Was wird`s heute sein, Bern?", fragt er mich, obwohl er ganz genau weiss, dass wir dies schon Sonntags in unserer Stammlounge besprochen haben. Leider ist Jack nicht dabei- meldet sich abwesend, da er sich am nächsten Tag nüchtern und ausgeschlafen dem Ball widmen will. 
Endlich, der Bahnhof naht. Meine neuen Schuhe bringen mich schon fast um- nach 400 Metern. Troy die Hand geschüttelt und rein in den "Pronto", der sich als Goldgrube bewährt hat. Wirklich jeder Idiot kauft sich dort was. Heute sind auch wir Gast und betreten den kommerziellen Inbegriff unseres konservativen Kantons und kaufen uns eine Flasche Champagner und einen billigen Weisswein, den man eher runterdrückt als runterschluckt. Schrecklich aber berauschend. Die Zugfahrt lässt sich aushalten, doch irgend so ein deutscher Idiot, der uns Koks verkaufen will, labert die ganze Zeit wie geil er ist und wie geil er es tut. Ich reich ihm eine 10er Note rüber und sag ihm er solle sich einen Zuhörer mieten, leasen, kaufen- weiss ja nicht was sowas kostet. Er wird sich sicher darin auskennen. Irgendwie kommt das nicht so gut an, er will Streit. Ich gebe ihm Geld, er will Streit. Irgendwas passt da nicht ganz zum anderen. 
Die Türen öffnen sich. Wir steigen aus und fühlen uns wie in einer anderen Welt. Du steigst in einen Wagen, wartest 1 Stunde und steigst wieder aus. Was sich ändert? Dein ganzes verdammtes Leben ändert sich in solchen Ausflügen. Sie haben sich hohen Stellenwert ergattert in meinem Leben, lassen meine Sichtweise erweitern, bestätigen meine Weltoffenheit und beglücken meine Sinne. Dem Leben einen Sinn geben...
So viele Leute siehst du bei uns nicht mal am Nationalfeiertag. Ich sehe eine aufbrausende Menge die sich je nach Individuums in eine andere Richtung bewegt. Schau ich vor den Dönerladen sehe ich Türken die über wohl ganz wichtige Sachen diskutieren, daneben liegen ein Dutzend Punks die sich heute weniger Hygiene genehmigt haben als ihre eigenen Hunde. Ich laufe weiter, da packt mich Troy an meinem Ellbogen, schaut mich nicht mal an, hingegen guckt er in Richtung eines Bienenschwarms und meint:"Alter, ich hab den Himmel gesehen. Wenn die nur wüssten, was ich mit jeder einzelnen von denen machen würde, dann würden sie nicht so rumstehen als würden sie danach suchen." Ich liebe seine Ausdrucksweise wenn es sich um Geschlechtsverkehr handelt. Vor dem Bahnhof rufen wir ein Taxi. Zum laufen sind wir uns heute zu schade und uns auskennen...? Vergiss es. Der Taxifahrer ist Ausländer, genauer gesagt Tamile. Er ist sehr freundlich, jedenfalls bis ich ihm einen Tamilen-Choke erzählt habe. Wir müssen die Mercedes C-Klasse verlassen. Okay, nächstes Taxi. Wir steigen ein, Troy sitzt natürlich vorne und kommuniziert. Er fragt nach einer Visitenkarte und am Ziel angekommen, steigen wir aus. Dieser Club hat uns der Taxifahrer geraten. "Gentleman`s Club". Klingt gut, sieht gut aus, aber  diese polnische Frau, die uns begleitet um die Türe aufzumachen passt mir gar nicht. Ich weiss nicht wieso, aber ich verachte sie schon bevor ich ihr auf die Beine gespannt habe. Ihr Ausdruck scheint betrügerisch zu sein, ihre Hände sehnen sich nach dreckigem Geld und ihre Gedanken schweben so zwischen Ficken und Feierabend machen. Ich wünsche ihr nichts Gutes.
Die Türe auf, nächster Begleiter. Ein schwarzhaariger Italiener der sehr gut deutsch spricht, aber leicht erkältet ist. Er will es sich nicht anmerken und ich will mich nicht anstecken. Also schleunigst rein da. An der Bar bestellen wir zwei Beck`s und müssen dafür 36.- CHF aus meinem Portemonnaie zücken. Leicht benebelt von diesem Ticket schauen wir uns eine junge Lady an, die sich in einer Kugel verschanzt hat und leicht benommen vor sich hin tanzt. Sie ist nackt. Ich sehe sie, finde sie sexy, aber ich kann nicht sagen dass sie mir gefällt. Irgendwas stoppt mich, sie richtig geil zu nennen. Jedenfalls offeriert Troy noch weitere 3 Runden Beck`s und bestellt Champagner. "Mit einer Kreditkarte die andere abbezahlen", meint er immer. Wie kann er das, so ungeniert leben. Doch ja, eigentlich mach ich genau das gleiche, wenn ich mir das Leben so manch anderer Worka- Systemaholics betrachte. Ich studiere nicht weiter nach und wir verlassen den Club gegen 24.00 Uhr. Troy telefoniert. "Er ist in 2 Minuten da", nächster Club. 
"Paradise Club" Klingt gut, sieht klein aus. Egal, 10.- Eintritt bezahlt, einen Aldi-Sekt spendiert bekommen und rein ins Nachtleben. Falsch gedacht. Ich fing an die Rassenfrage zu bezweifeln und wusste jetzt, dass auch weisse Menschen, schwarze Schafe sein können. Ich meine, was können wir dafür dass weisse Menschen geschichtlich gesehen auf der ganzen Welt Sklavenhandel betrieben haben, Rassentrennungen verherrlichten und Kriege führten? Wir wollten keinen Krieg, wir wollten einfach nur feiern. Hier und jetzt unsere Dekadenz in vollen Zügen geniessen Allerdings leichter gesagt als getan. Das Rassenthema hat uns alle eingeschränkt- hat über Jahrhunderte in der Geschichte Vorurteile und Xenophobie in uns alle eingetrichtert. 
Jedenfalls... Dass ich mich schlecht fühle, der Einzige bzw. zu zweit sein, die in diesem Club Sekt trinken, Lackschuhe und Designerklamotten tragen, ist doch wohl verständlich. Raus hier.
Taxi ist zur Stelle. "Wohin geht`s?" Ich wusste nicht wohin es ging, überliess diese Entscheidung wie viele Male Troy, der ziemlich stoned zu sein schien. "Zwei Mädels von meiner Klasse haben sich im Wankdorf Club anwesend gemeldet. "Wär das was?" Klar geht das. Wir checken ein, lassen uns filzen und rein in die stinkende Masse voller systemgesteuerten Plastikgesichtern und Partyschlampen. Champagner bestellt, Hausmarke. 200.- leichter geht`s auf den Dancefloor. Dicht gedrängt an besoffenen Yuppies versuche ich zu tanzen. Es wird geschubst, Schweiss mit Hautkontakt übertragen und nicht geraucht. Schade, so riecht man den Gestank von Schweiss und Methan aller Kulturen. Wir betrinken uns und schwingen noch unsere Zungen in die bereits schon erwähnten Papa-ist-reich-Gören und verabschieden uns. 
Letzte Whiskey on the rocks, Gin-Tonic`s und Redbull-Wodka`s lassen unsere Gedanken schwinden und unsere Lüste steigern. Nach 05.00 Uhr zerrt man uns raus, diskutiert noch mit Türken und lassen uns ein Taxi bestellen. Typischer Zustand tritt ein. Party vorbei, Sonntagsstimmung schaltet ein und man wird wieder sensibel. Gefühle kommen hoch, Gänsehaut. Genau in solchen Zeiten fragt sich Troy Dinge wie:"Was wäre wenn...?". Ich frag mich was er damit meint. Er meint, was wäre, wenn wir jetzt nach Paris trippen würden. Er würde es tun. Spontane Reise, niemals würden wir diesen Ausflug vergessen, keine Amnesie und kein Koma könnte dies vertuschen- Koma, Das seelische in-irgendeiner-Traumwelt-Sein, dem physischen Nichts-Seins. Ich kann jetzt nicht mehr über solchen Scheiss Gedanken machen, ich will in mein warmes Bett, scheissegal wie. Irgendwie stehen die Zeiger schon auf 08.00 Uhr wenn ich auf dem Bett liege. Ich liebe diesen Scheiss. 
Ich penne bis 11.00 Uhr, stehe auf, Kopf unter den Wasserhahn, streiche mit meinen flache ausgestreckten Händen über mein bleiches, von der Nacht gezeichnetem Gesicht und sage mir leise:"Geile Scheisse!" Manchmal möcht ich echt für solche Szenen eine Kamera über der Schulter tragen.
Paris... Stadt der Liebe. Mann, wäre ich doch nur mit ihm nach Paris gefahren, dann wäre dieser Teil der Geschichte viel kleiner ausgefallen und hätte Platz gemacht für den Paris-Trip. Schade, vielleicht nächstes Wochenende? 
Ich mach mir einen Kapselkaffee, mache auf George Clooney und ruf Troy an...

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Depressionsphasen oder Realitätserkennung?

Viele Phasen durchlebt, manche misst man, manche bereut man. Die Vergangenheit beeinflusst die Zukunft, doch sie hat keinen grossen Stellenwert, wenn man so lebt wie ich. Jeder Tag sollte ein Versuch sein, neues zu erleben, dem Höhepunkt der Gefühle noch eine höhere Messlatte zuzuweisen. Es gibt Tage, die ich ganz anders durchlebt hätte, wenn ich es mir nochmals bedenke. Sehr vieles hätte ich anders gemacht, doch was wäre ein Leben purer Vollkommenheit, wenn es nicht auch Tage gäbe, an denen du dich zum Teufel hättest jagen können. Wer oft zu falschen Taten neigt, weiss besser mit ihnen umzugehen. Was ist schon Vollkommenheit wenn du keine Ziele mehr hast, keine Wege durchschreiten musst um etwas zu erreichen. 
Man würde wohl Opfer psychischer Labilität. Doch das sind wir wohl alle in dieser kranken Welt. Eine Welt in der uns gezeigt wird wie wir leben sollen. Eine Welt voller Marionetten die nur darauf spekulieren gesteuert zu werden. Selbstständigkeit? ... Eine Zumutung dieses modernen Mainstreams. Jeder will die totale Kontrolle über alles, beobachtet monatlich seine Finanzen, denkt ständig darüber nach ob er dem Chef genügend Befriedigung geschenkt hat, spielt jedem was vor wie toll man ist, welche Fähigkeiten man beherrscht und schlussendlich landet man nach 17.00 Uhr wieder zuhause und denkt darüber nach was man mit der restlichen Zeit wohl anfangen soll. Jedes Leben hat eine gewisse Struktur, und wenn diese aus den Bahnen gerät, scheint es so, als hätte man jegliche Kontrolle verloren. 
Kontrolle gibt es nicht, hattest du nie, und wirst sie niemals haben. Kontrolle ist ein Begriff der totalen Beherrschung. Niemand weiss wie man mit plötzlichen Ereignissen umzugehen hat, die man vorhin noch nie hatte. Du kannst jederzeit zusammenbrechen, alles kann sich schlagartig ändern. In der nächsten Sekunde könntest du vor diesem Bildschirm einschlafen. Kollaps. Niemand würde es merken, die nächsten Minuten, vielleicht Stunden jedenfalls. Nicht nur dein Leben, nicht nur deine Kontrolle würdest du verlieren, sondern auch viele andere Menschen die dich erlebt ja sogar geliebt haben. Es ist ein ständiges hin und her, totales Chaos das wir durchleben, täglich Gefahren ausgesetzt. Der Trieb der Steinzeit, der Kampf des Überlebens. Ja, den gibt es noch. Du merkst es nicht, doch im Zustand der Angst zuckst du zusammen, willst der Gefahr aus dem Weg gehen, willst für diese hundertstel Sekunden nur noch eins, überleben. Scheissegal was für ein Wagen du fährst, scheissegal welche Schnitte dich begehrt. In diesen Augenblicken zählt nur noch das nackte Überleben, wie gesagt... Ein Trieb der Steinzeit. 
Alte Wurzeln die uns noch als Mensch bestätigen und nicht als rumlaufende Plastik-Konsumenten. Hmm... morgen ist Montag. Automatismus stellt sich wieder in den Vordergrund, alles muss sitzen, jeder Handgriff. Nimm dich zusammen, denk nicht zu viel darüber nach was du tust und was du kaufst. Tu es, kauf es einfach. Es wird schon toll sein, wie alle sagen. Lass dich leiten von Ampeln, blinkenden Werbeschildern, zeitlos ununterbrochenem Fernsehprogramm und Menschen die dich bezahlen damit du ihnen die Scheisse vom Boden leckst. Ich hab die Unschuld kotzen sehn und der Papst höchstpersönlich verteilte Autogrammkarten im Bordell. Jeder Mensch hat kranke Absichten, ob er nun einen Smoking trägt oder optische Armut darstellt. Doch man will doch gut aussehen, wenn`s für einen schlecht aussieht.Was wir wohl mit uns allen noch vor haben sei dahingestellt. Doch was du mit dir machst, sollte deine Entscheidung bleiben.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Dank Eitelkeit und Gin Tonic



Ich schau sie mir an. Diese Frau ist der Hammer. "Mann, geh zu ihr rüber", sag ich mir dann. Wenn du einen Bucati vor dir stehen siehst willst du ihn auch fahren, ihn kennenlernen. Ich geh zuerst an ihr vorbei, riech an ihren Haaren, will sie nicht unnötig auf mich aufmerksam machen. Ein Duft der Liebe. Jetzt seh ich sie mit anderen Augen und von einer anderen Perspektive, denn ich hab mich hingesetzt. Auf den Aussichtspunkt, wo schon "Eros", Gott der Liebe und Traum aller Frauen gesessen hat- Auf den Barhocker. Ich ruf den Kellner herbei und bestell mir einen Gin- aber leise. Sie soll denken ich sei ein gemachter Mann, für den teure Details eine Selbstverständlichkeit ist.
"Verdammt, mein Selbstbewusstsein ist geschwächt", ich brauche eine Bestätigung, dass ich keine Spuren des Lebens oder rote Augen präsentiere. Darum, schnell in die sanitären Anlagen dieser Behausung, wo sich Pissoirs und Spiegelschränke wiederfinden. Mich interessiert jetzt nur der Spiegel, denn pissen muss dieser Mann jetzt nicht. Angst hat, und will er nicht haben. Ich verweile noch ein bisschen, sieh mich von der Seite an, mache Grimassen, stell mir vor wie ich die Frau wäre und ein jener Mann mit solch Gesichtsausdruck mich ansprechen würde. Ja...- könnte klappen. Die Hände kurz gewaschen und dann die Treppe rauf.
Ich weiss noch wo sie gesessen hat. Mit ihren zwei scheinbar unbedeutenden Freundinnen unterhielt sie sich in der Ecke des Café`s. Doch wenn ich diesen Code knacken will, wenn ich mit ihr in guten wie auch in schlechten Zeiten die Welt erforsche, sollen sich auch die anderen zwei an mir erfreuen. Denn jeder Mensch ist manipulierbar- alles wird durch sie beeinflusst... "Cruel Intentions". Als ich die letzte Treppe erreiche, trifft mich der Schlag- sie sind nicht mehr da. Mann, das hätte meine Zukunft bedeutend bereichert. So eine Frau an seiner Seite zu haben wäre doch ein Traum eines jenen. Naja... Ich und sie, Pech gehabt. Wir beide haben es versaut, auch wenn sie nichts davon wusste. Wie manch ich mein Schicksal verfluche. 

Lebe wohl, meine Fremde.

Koile

Los, drück ab...! Erschiess dich!









Erschiess dich, drück ab!...

Man zwingt dich auf die Knie und lässt sich einen Blasen. Doch wem ist dieses abscheuliche Ding? Es sollte ein Wecker sein, der dich in letzter Minute noch aufwachen lässt, wenn es schon zu spät zu sein scheint.
Deine Arbeit, dein Haus, deine Frau- Ist es noch möglich an einem neuen Strang zu ziehen und dein zukünftiges Leben so zu leben, wie du dir es als Teenager vorgestellt hast? Nein. Da warst du wahrscheinlich bekifft oder einfach nur deprimiert über deine Zukunft.
Als Pubertierender sahst du all diesen Leuten auf den Strassen ins Gesicht und hast dir immer wieder das ein und das selbe gedacht: "Genau so will ich nie werden, genau so wie dieser abgefuckte Spiesser der sich nur zaghaft an sein Leben herantraut." Du hast dich frei gefühlt, dachtest du wirst ein Rockstar, der jeden Tag Blondinen befriedigt und sich dabei ab und zu die Nase reiben muss, wenn das schneeweisse Zeug in seinem Geruchsorgan zu jucken beginnt. Rockstar...
Genau dein Ding. Auf der Bühne zu stehen und all diesen Maden zuzuschauen wie sie ihre ach so jungfräulichen Hände in die Luft strecken, wenn du es ihnen befiehlst. Sie singen deine Lieder, die du im versifften Tourbus geschrieben hast. Du lässt dir Artikel in der Zeitung und Sendungen im Fernsehen ergehen, die deine Sünden aufzeigen- Mann, wie du Pamela Anderson auf dem roten Teppich in den Ausschnitt gespuckt hast. Wie du mit Paris Hilton zusammen eine weisse Bahn gezogen hast, ohne dabei zu bedenken wie viele Paparazzo sich in diesem Club den ganzen Abend aufhielten und dabei Spass hatten, sich solche vollgedröhnten Plastikpuppen der heutigen Gesellschaft vor die Linse zu nehmen. Du wirst leben wie ein Gott. Doch... Am Höhepunkt der Karriere als schlechtes Vorbild angelangt, blickst du eher skeptisch in den Spiegel deines Lebens. Du kommst dir selber fremd vor. Langsam beginnst du über den Tod nachzudenken: "Wenn ich sterbe, dann mit nem Knall".
Die letzte Sauerei wird es sein, die man für dich aufwischen muss. Nervös, aber selbstsicher greifst du zu deiner Desert Eagle- Diese Knarre hast du dir schon als Kind gewünscht, als du zuhause GTA oder Counter Strike gezockt hast. Nächtelang.
Sie ist geladen...? Ja, sie ist geladen. Der kleine Hebel zur Entsicherung wird die Pforte des Himmels sein. Es ist wie Sex, doch immer noch ohne Orgasmus. Dieser kleine Schritt ist leicht gemacht. Nimm die Waffe richtig in die Hand. Ja, so... Irgendwas stimmt hier nicht. Verdammt, du hast vergessen das Licht auszuschalten. Man soll doch Licht sparen- Und ausserdem, dich stören auch die ganzen Spiegel in deiner Suite, die dein Ebenbild in deine Augen erscheinen lassen. Dunkel wird es sein, wenn du hinauf in den blauen Himmel steigst. Ach Schwachsinn, denkst du jetzt.
Schon viele Male blickt man zum Himmel hinauf, man sieht dort keine Toten. Du weisst zwar nicht viel von Religion, doch du weisst, dass Buddhisten an die Wiedergeburt glauben. So sei es... Denk ein letztes Mal nach was du im zweiten Leben sein wirst. Ist es erst das zweite? Stell dir genau vor was du machen wirst, und welche Augenblicke du brauchst, um dein Leben ein wenig anders zu gestalten. Du willst einfacher leben. Du willst ein Haus, nicht in Hotels wohnen. Du willst eine Frau, nicht hundert. Du willst clean sein, kein Junkie. Du willst gute Musik machen... Ja, so wie Bob Dylan... Verdammt, der hat auch geschnupft und Pillen gepresst. Ach scheiss drauf, dann bleib ich halt Junkie. Hast keine Zeit mehr, denn du hast den Medien schon mitgeteilt wo sich ein Spektakel abspielen könnte. Deine einzigen treuen Freunde.
Sie, und keine anderen werden dich zum Helden machen. Werden sie das? Vielleicht warst du ja gar nicht so wichtig. Vielleicht stehst du knappe zwei Wochen in den Zeitungen und dann bist du tot. So richtig tot- für alle. Scheiss drauf, was interessiert dich das. Drück ab! Drück ab! Drück ab!... Mist, du bist noch zu nüchtern. Alle Rockstars haben sich vorher doch noch zugedröhnt. Wieso hast du das nur vergessen,du bist ein Junkie verdammt noch mal. Eine Nutte vergisst auch nicht was sie zu tun hat. Hör auf zu denken und such die Pillen. Jackentasche... Apothekerschrank... Küchenregal... Ich hab`s! Unter den Vitaminpillen hast du zehn Valium versteckt. So, jetzt schnell wieder auf`s Bett und dann tschüss. Goodbye funktionierende Affen.Goodbye Medienschweine. Goodbye an manch Zuhälter,der durch mich reich geworden ist. Goodbye Pablo Escobar, danke für die schnellen Strassen auf dieser Welt. Goodbye...
Doch irgendwann wachst du auf und denkst dir: "Mann, war ich bekifft als ich diese Worte durch mein Hirn fliegen liess". Doch...
Du wirst morgen früh aufstehen, dir farbige Corn Flakes in den Mund schieben, den Kapsel- Kaffee von Nespresso schlucken und dann zur Arbeit fahren. Vielleicht wird es ja auch ein bisschen anders sein. Aber dieses Schema "Alltag" l(i)eben wir doch. Du denkst vielleicht nicht dass du es bist, der dieses Klischee herzhaftig füttert. Es ist nicht einfach, selbstkritisch zu sein und sein Leben in Frage zu stellen. Denn sei mal ehrlich:

Wäre dies nicht verdammt deprimierend?

Koile