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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Quoten sind instabile Brücken

Das Zeitalter der Technokraten, Kapitalisten, Asiaten, schwarzen Präsidenten und der Umstrukturierung dank Krisen in den Finanzsektoren hat uns so einiges geboten. Doch eigentlich gehört dieses Zeitfenster unserer neuen Iphone-Generation dem weiblichen Menschen bzw. „homo oeconomicus“. Eine Quote will es endlich richten, damit Frauen nicht mehr kochen, sondern... richten. Der Gesetzesvorschlag der EU- Kommission soll allen börsenkotierten Firmen in den EU- Ländern einen Frauenanteil von 40%(!) bis 2020 in Aufsichtsratsposten vorschreiben. Doch brauchen wir wirklich eine Reduktion des Testosterongehalts in den Chefetagen unserer wichtigsten Firmen? Ist DAS die Lösung zur Weltwirtschaftskrise, dass Frauen Griechenland retten, „Hollande“ zur Vernunft bringen und in Spanien für Arbeitsplätze sorgen?

Frau und Karriere will verknüpft sein
Fakt ist, dass wir Frauen brauchen. Da ich ein Mann bin kann ich das bezeugen, denn Frauen decken meinen täglichen Bedarf an Glückseligkeit mit 90%. Es ist für meine Zukunft wohl auch sehr befriedigend, auf dem Bürostuhl neben meiner Kollegin zu sitzen, und genau zu wissen, dass ohne staatlichen Eingriff diese Frau wohl niemals für meinen Bleistift fragen könnte, sondern jetzt wohl zuhause am kochen wäre. 
Spass bei Seite, so darf die Männerwelt nicht denken. Heute sind wir nicht mehr traditionell, puristisch, katholisch oder diszipliniert. Wir sind modern, emanzipiert, aufgeklärt, sozial und gegen jeden Extremismus wie den bösen Kapitalismus, der uns nur den Treibhauseffekt und randalierende Arbeitslose in Athen gebracht hat. 
Die Zeiten sind vorbei, wo sich dicke Krawattenträger auf dem Chefsessel eine „Habana“ mit einem Streichholz angezündet haben und den Sekretärinnen diktiert haben, was sie zu schreiben hätten. Die Zöpfe auf dem Haupt der Frauen sind aufgeknöpft, ihr Antlitz strotzt vor Selbstbewusstsein, und wehe jemand wehrt sich gegen Frauen in Verwaltungsräten oder im Bundesrat.
Es ist einfach schwierig... Ich schreibe hier in grösstem Zeitdruck ein Essay über die Frauenquote und doch fällt mir einfach kein positiver Aspekt dazu ein.

These: Ich bin 41 Jahre alt, wurde kürzlich in den Verwaltungsrat von „ABB“ gerufen und setze mich zum ersten Mal auf einen der 7 Stühle. Ich bin der erste und bin gespannt auf meine neuen Kameraden, mit welchen ich 4 mal im Jahr zu tun haben werde. Ich habe mich bestens auf diesen Tag vorbereitet und bemühe mich zutiefst, Innovation zu symbolisieren mit Samsung Galaxy Notes Sll, meinem iPad und frisch rasiertem Kinn. Die Türe öffnet sich. 4 Frauen und 2 Männer betreten den Raum. Sie begrüssen mich und setzen sich an den Tisch, wobei jeder seine eigene Mappe auf den Tisch legt. 
Es sind also 4 Frauen da. Laut EU- Reglement müssten hier nur 3 sitzen. Was ist wohl passiert? Nimmt die Evolution jetzt firmenintern ihren Lauf? Werden sich jetzt automatisch nur noch Frauen in Chefetagen befinden? Also rein rechnerisch sind 3 Frauen nur hier, weil diese Quote dies besagt. Also muss eine Frau ein richtiges Genie sein. 
Peter, ohne den ich hier nicht sitzen würde, stellt mich den werten Damen vor: „ Herr Bühler, das ist Frau Hildebrand, hat früher bei MSC Holdings gearbeitet und ist seit 2 Jahren bei uns. Das  ist Frau Schmid, seit 4 Jahren bei uns - Frau Kalbermatter, seit 1 Jahr bei uns und schliesslich die Tochter unseres CEO`s, Frau Burkhalter. Herzlich Willkommen in unserem Team, Christian kennen sie ja bereits.“ Er lächelt und ich staune. Jetzt ist mir alles klar. Die Tochter unseres CEO`s. 

Was will uns diese Geschichte sagen? Werden wir Männer jedesmal so denken, nachdem die EU es so beschlossen hat? Wenn Frauen Vorurteile abschaffen wollen, in Chefetagen arbeiten wollen und nicht mehr Teilzeitjobs absolvieren wollen ist wohl nicht das die Lösung. So entstehen doch noch viel mehr Vorurteile. Wenn ich später bei einem renommierten Arbeitgeber keine Stelle bekomme, eine Frau dennoch schon, dann trifft die Schuld wohl wen? Es ist ein ewiger Teufelskreis in welcher sich diese Entwicklung steigern wird. Schlussendlich wollen wir doch nur das beste für unsere Firmen, und mit Frauenquoten werden Stellen aufgezwungen, welche von einer Institution bestimmt worden sind. 
Norwegen, ein Land welches schon seit 2006 eine obligatorische Frauenquote von 40% in Verwaltungsratsposten eingeführt hat, beweist, was sich viele nicht eingestehen wollen. Die Existenz von börsenkotierten Firmen ist unter 70% gesunken seit 2001, da viele Firmen der Frauenquote aus dem Weg gehen wollten und aus dem Index geflohen sind. Sie liessen sich also dekotieren, um weiterhin die Person einzustellen, welche sie auch wirklich als Beste bezeichnen. Eine zweite negative Folge war die Reorganisation von vielen Firmen, welche sich immer noch nicht erholt hat. Firmen erreichten kein Wachstum mehr, da die Umstrukturierung viel Zeit und Geld gekostet hat. Alt bewährte Strategien und Managements wurden abgeschafft und Innovation wurde vorgeheuchelt. 
Lasst uns den liberalen Weg einschlagen- Wenigstens im Personalmanagement.

Koile

Dienstag, 25. Oktober 2011

Ice Tea im Bordell


Paul hat jetzt Internet. Paul hat jetzt ein neues Notebook. Zufriedenheit ist jetzt kein Fremdwort mehr. Doch Paul hat keine Frau, somit auch keine Zärtlichkeiten am Abend, keine meist nervenden Ratschläge am Mittagstisch, der von einer solchen gedeckt wurde. Paul setzt sich Abends nicht an den Tisch und besteht auf ein warmes Essen. Stattdessen setzt er sich jeden Abend vor den Fernseher, trinkt seinen kalten Ice Tea und schlürft mit einem Strohhalm aus dem Aldi sein Yoghurt, das aus der selben Gesellschaft erworben wurde. Paul ist... 
Ja eigentlich ist er nichts.
Jedoch hat Paul jetzt Internet. Und Paul hat jetzt ein neues Notebook. Er öffnet die elektronische Partnerschaftsvermittlung und sieht sich den Markt genauer an. Es ist wie eine Börse, jedoch ohne Index und steigenden Wert von Papieren. Dieser Markt ist etwas ganz besonderes, denn dort stellen sich Individuen zur Verfügung, um kennengelernt, besser gesagt; flachgelegt zu werden. Ach nein, da gibt es ja noch solche die wirklich Kinder von Männern wollen, die sie mit einer Tastatur ergattert haben. Jedoch ist das sehr gut für Paul, der eigentlich ein sehr lieber Kerl ist und eine relativ sichere Arbeitsstelle bestitzt. Er surft und surft- leider nur im Internet.
Da... Karin, die blonde Ungarin mit „Monster-Titten“ und „Tanz-Arsch“. Ulrike, die reife Hausfrau aus Deutschland die es gern mit dem Besen macht. Oder doch lieber Fabienne, die dicke Französin, die sehr gut Französisch kann?
Paul kann sich nicht entscheiden und bucht die Frau, die er am liebsten am Frühstückstisch hätte. Die Frau mit den „Monster-Titten“.
Er trifft sich.
Karin, falls sie es vergessen haben- die mit den Monstertitten, liegt in seiner Sichtweite. Er hat sich mit ihr auf dem Paradeplatz in Zürich verabredet. Zu einem Kaffee versteht sich.
Er setzt sich. Sie setzt sich auch, jedoch ein bisschen verzögert, da man ihm mit dem „Tanz-Arsch“ nicht zuviel versprochen hat. Er fragt sie, was sie bestellen möchte, doch Karin schaut ihn an, als hätte sie sich gerade den Stuhlgang nicht verkneifen können. Karin macht nur eine einzige Geste, die ihre Sucht zu Nikotin offenbart. Sie packt Zigaretten aus ihrer gefälschten Louis Vuitton Tasche aus und zündet sich eine an. Was soll das- denkt sich Paul, der sich gerade einen Ice Tea bestellt hat. Er versucht weiterhin das Gespräch aufzubauen und setzt sich näher zu Karin. Diese weist seine Annäherung mit einem Umlaut ab, den er nicht versteht. Wahrscheinlich nur etwas östliches Gerede- denkt sich Paul und stellt sich Putin mit langen Haaren vor.
Er legt seine rechte Hand auf ihren Oberschenkel und versucht es mit Englisch: „Äi eem Pool, hau aar yuu?“ Weiterhin stilles Schweigen von Karin.
Paul ist genervt, bezahlt den Ice Tea und macht sich auf die Socken. Als er Abends nach Hause kommt ist alles noch beim alten. Paul bestellt sich eine Pizza und ein Six-Pack Ice Tea. Er schläft ein und träumt von einer ungarischen Hochzeit.

Am nächsten Tag nach der Arbeit, macht er sich mit seinen Arbeitskollegen auf eine Sauftour in der Stadt. Als der Abend so richtig lustig zu werden scheint, begeben sie sich in das schlechteste Bordell der Stadt um so richtig einen drauf zu machen. Mark, sein bester Freund, bestellt den billigsten Sekt im Angebot und lässt sich von zwei Frauen umgarnen. Paul jedoch ist deprimiert und hat schon fast schlechtes Gewissen, da er dies seit fast fünf Jahren so macht. Fast die Hälfte jedes Monatslohnes bezahlt er für solche Spritztouren, die ihm schlussendlich doch nur Trost schenken. Als er sich aber umdreht, traut er seinen Augen kaum.
Karin.
Karin ist eine Hure.
Karin verkauft sich für Sex und ist eine Hure.
Karin, die nicht Deutsch kann und sich mit ihm getroffen hat, verkauft sich für Sex und ist eine Hure.
Doch irgendwie sieht sie anders aus, oder er nimmt sie anders wahr, denn gerade hat er sich bis über beide Ohren verliebt. Er versucht sie nochmals anzusprechen, wobei er doch eigentlich weiss, dass sie nur das versteht, woher sie gekommen ist- Bahnhof.
Er lädt sie zu schlechtem Sekt ein und sie bietet ihm die Hand, um sofort zur Sache zu gehen. Er folgt ihr auf ihr Zimmer. Auf dem Nachttisch liegt Toilettenpapier und Billigkondome. Sie setzt sich auf das Bett und fängt wieder an wie Putin zu reden. Paul verkehrt mit ihr für eine halbe Stunde. Er zieht sich seine Jeans wieder an, bezahlt und ruft Mark.
Paul geht nach Hause. Er ist zufrieden- er hat jetzt Internet und ein neues Notebook.


Koile

Montag, 5. September 2011

Snus und Mathematik


Snus auf Heft

Da sitz ich nun- wie eine frisch gepflückte Pflaume und mit einem breiten Grinsen vor meinem überteuerten Macbook, so sehne mich nach Beschäftigung. Nach drei Stunden Informationsaufnahme des aktuellen Standes dieser brüchigen Welt, brodelt mein Kopf. Wenn da nicht noch diese verdammten Logarithmen wären. Basis und Exponent- welches Genie hat sich so was ausgedacht. "Peek" war es jedenfalls nicht- braucht andernfalls aber keinen Taschenrechner um sie auszurechnen.

Beschäftigung. Wahrscheinlich bin ich momentan nicht der Einzige auf der Suche danach. Wie ein Alchemist begebe ich mich auf die Suche nach dem ewigen Leben, der Suche nach mir selber und schlussendlich nach dem ultimativen Zeitvertreib. Dauernd muss ich mich in Arbeit versetzen, mich in etwas hineinsteigern, und überall möchte ich mitreden, sei es um die momentane Weltwirtschaftskrise oder die Verweigerung der Masseneinwanderung
Falls sie es noch nicht wussten, Koile ist jetzt Student.
S-t-u-d-e-n-t. Ich kann dies jetzt sogar buchstabieren ohne zu zögern. 
Die Zeit ist da, in denen ich Pizzas zu Studentenpreisen konsumieren kann, meinem Hirn neue Flächen schaffen kann in dem ich die technischen Muster eliminiere die ich lernen musste, und endlich so viel Ferien habe, wie fast kein Arbeitsloser. Endlich darf ich mich im Schulzimmer neben Frauen setzen, statt neben technisch Begabten, die sich nichts aus Diplomatie und Menschenverstand machten (ich liebe euch dennoch ihr Freaks!).

Ich lege das Wirr-Warr von Zahlen vorerst auf die Seite und konstruiere einen Zylinderförmigen Snus. Was in diesem Tabakerzeugnis wohl alles enthalten ist? Ich begebe mich auf die rätselhafte Suche nach den ultimativen Snus-Inhaltsstoffen und somit zu einer wundervollen Beschäftigung.
I`m off.

Koile

Sonntag, 17. Juli 2011

Tradition vs. Multikulti


Ein Schweizer Bürger ist ein Schweizer Bürger. Oder doch nicht? Wie definiert sich ein Eidgenosse? Ist er neutral, korrekt und arbeitstüchtig? Oder doch eher altmodisch, egozentrisch und geizig? Wer ist dieser typische Schweizer? Was macht ihn aus, womit beschäftigt er sich und wozu dient er in dieser globalen Welt?
Vor allem eine Sache scheint sehr wichtig für ihn zu sein - Tradition. Jedenfalls wird sie als heilige Kuh und Wurzel jedes Eidgenossen angesehen. Sie wird nahezu vergöttert und als Privileg bezeichnet. Wehe dem, der sich an der Helvetia vergeht, Schande gegenüber Opportunisten in unserem heiligen Reich. Schweizer zu sein heisst Traditionalist zu sein. Traditionalist zu sein bedeutet seinen Wurzeln und seinen Vätern treu zu bleiben, was immer auch geschehen mag- was immer auch das heissen mag.

Merkst du, wir verzetteln uns. 
Ich habe gerne zugehört, wenn ein Stammtischpolitiker die Ideale eines Schweizers aufzählte und damit propagierte - auch wenn dies nur die bärtigen Säufer am selben Tisch und die lethargische Serviertochter mitbekamen. Mein Ohr widmete sich auch jenen, die sich als Patriot bezeichneten und jegliche ausländische Produkte als Kulturschock und Landes-Verunreinigung charakterisierten.
Fakt ist, Tradition ist nichts negatives. Es ist schön, alte Werte aufrecht zu erhalten. Es ist wunderbar, sich für seine Väter einzusetzen und nicht alles zu akzeptieren, was von weit her zu kommen scheint. Patriotismus und Historik soll niemals verloren gehen, wie auch Kultur und Vorbilder der alten Zeit.
Doch... Jetzt kommt das grosse „Doch“. Es ist an der Zeit, Realismus als wichtigste Eigenschaft eines jeden Menschen zu bestimmen. Die ganze Welt redet den ganzen Tag vor sich hin, als wäre der Ausnahmezustand ausgebrochen. Jedes Land nützt seine Probleme aus, um Ethik ins Spiel zu bringen. Es fängt zuoberst an und endet im Keller. Politiker reden nicht sachlich, sondern verallgemeinert. Sie erwähnen die zahlreichen Probleme ihres Zuständigkeitsbereiches, doch sprechen selten von Lösungen. Man stellt Initiativen und neue Gesetze ins Volk, als hätte man nichts anderes im Sinne, als das Volk gegenseitig aufzuhetzen und zuzuschauen, wie sich die Menschen jeden Tag mehr und mehr anpöbeln.
Doch um beim Thema zu bleiben erwähne ich wieder das Wort „Tradition“. Wenn es darum geht, die Schweiz auf Vordermann zu bringen, Dinge zu ändern, global zu werden und wirtschaftlich präsent zu sein, ist die Traditionswahrung an vorderster Stelle.
Doch seien wir mal ehrlich. Schon lange haben wir unsere Werte an Aldi und Lidl verkauft, unsere Bedürfnisse an Steve Jobs und Mark Zuckerberg verschenkt und vor allem unsere Infrastruktur bestimmen die Investoren von gigantischen internationalen Firmen. Multikulti ist seit mehreren Jahren schon über unsere Grenzen geschlendert und hat sich langsam, aber dafür fest verankert, in unserem Land eingenistet. Fussballclubs werden von Russen gekauft und in neue Sitten eingetaucht. Unsere Spitäler, wie auch die Patienten belagern die Germanen. Aber auch in KMU`s oder grösseren Unternehmen arbeiten sich hohe ausländische Tiere in die Schweiz hinein, ohne die schweizerischen Angewohnheiten und Arbeitstätigkeiten im aktuellen Zustand zu akzeptieren. Im Gegenteil- sie versuchen stets die Schweiz zu globalisieren um dem konventionellen lokalen Denken den goldenen Schuss zu geben.
Unsere Aussenpolitik ist relevanter geworden und auch die Schweizer Sprache, vor allem gewisse Dialekte werden von Immigranten beeinflusst. Die Schweiz hat sich verändert und an Tradition verloren, Punkt. Ob das gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Was aber sicher ist, ist der Realismus an diesem Aspekt.. Wie jeder Baum danach strebt zu wachsen und jede Knospe anfängt zu blühen, versucht sich auch jedes Land weiterzuentwickeln. Man sollte die guten Sachen darin beobachten, die schlechten eher weglassen, doch niemals aufhören sie zu kritisieren. Denn sonst stirbt auch der letzte Funken an der ach so heiligen Tradition. 

"Tradition ist erst dann erkennbar, wenn sie vom Aussterben bedroht ist."

Koile


Donnerstag, 17. März 2011

Schluss machen



Spielzeugauto von Matchbox
Mit deiner Freundin Schluss zu machen ist niemals so einfach wie du es dir eigentlich vorgestellt hast. Du machst dir zuerst Gedanken ob du wirklich Schluss mit Sex, Spass und dem Angeben deiner superheissen Tante, die du im Schlepptau mit zur Party bringst, machen willst. Du wägst die positiven und negativen Erlebnisse ab die du mit ihr erlebt hast und machst schlussendlich ein Fazit ob sie es überhaupt wert war. Machst dir Gedanken über jeden einzelnen Moment den du mit ihr verbracht hast und ordnest ihn in eine Gut-Schlecht-Tabelle ein. Ja, es ist nicht so einfach, der entscheidende Faktor sein zu müssen. Es wäre wohl einfacher wenn SIE Schluss machen würde. Es würde zwar deinen Stolz verletzen und tief an deinem Selbstbewusstsein kratzen, doch das nähmest du jetzt in Kauf. Verdammt was soll ich nur tun. Du hast schon länger darüber nachgedacht, einfach ein Ende zu setzen und dem Single-Leben wieder eine Chance zu geben, sprich deinem Schicksal die Macht darüber freizugeben, welche Frau an welchem Ort und zu welcher Zeit du beglücken würdest. 
Aber wenn ich so darüber nachdenke hat sie es nicht verdient, verlassen zu werden. Hab ich das soeben wirklich geschrieben? Schwarz auf Weiss? So sei es… Jedenfalls gab mir die Menschheit niemals richtig zu verstehen, was eigentlich Liebe ist. Philosophen wie Precht, Kritiker wie Malte Wedding schrieben darüber, versuchten sie neu zu definieren. Doch schlussendlich bleibt es auch nur eine bestimmte Definition und daraus ergibt sich wohl bekanntlich selten ein Resultat. Tausende Filme, abertausende Songs und zahlreiche Bücher wurden über dieses eigentlich simple Wort verfasst und doch bleibt es allen ein Rätsel. 
Doch zurück zum Thema. Was soll ich jetzt tun? Ich hab sie angerufen und den Putsch dieser Beziehung schon angedeutet. Sie fing wieder an, kläffend wie ein Pudel, wobei ich mich während dieser Phase lieber mit der Installation des neuen Flash Players befasste. Version 10.1- ist wirklich zu empfehlen. Flash Player wurde erfolgreich installiert und ich begann mir erst jetzt Gedanken darüber zu machen, womit ich mich hier eigentlich eingelassen habe. Schluss machen? Standhalten und beharren? Was man hat, das meidet man. Was man nicht besitzt, muss unbedingt her- egal was es kostet. Doch auch die Antithese behält ihr Recht; "Was man gemieden hat, will man irgendwann wieder zurück". Darum bleibt meine Entscheidung noch in der Wüste liegen. 
Das Telefongespräch läuft schon seit 10 Minuten auf der selben Partei und daraus griff ich diesen unglaublichen Satz mit meinem beinahe verlorenen Auffassungsvermögen.

Aufgedrehte Freundin: "Ich hab dir doch gestern noch ein kleines Briefchen geschrieben, womit ich dir meine Liebe  bewiesen habe- und jetzt willst du Schluss machen?!"

Oh…Mein…Gott.

Sparlampe
Kann sie das wirklich mit mir antun? Ist dieser Satz die Offenbarung ihres eigentlichen Alters? Sie kann doch nicht allen Ernstes  ihr "Briefchen" als Zeitverzögerung des Schluss-Machens benutzen. Nur weil Merkel eine Frau ist, heisst das noch lange nicht, dass die Revolution der Emanzipation gerechtfertigt ist. Ich weiss, schlechter Vergleich- doch ich darf das. Ich bin der Mann der entscheidet, Verantwortung trägt und jede Scheisse auf sich nimmt. Ich bin der Mann, der sich dann anhören muss wie sie kotzend alleine nach Hause laufen musste und ich bin der Mann der zur weissen Fahne greifen soll, wenn sie wieder einmal ihre zwei besten Freunde vorstellt; Drama und Idiotie.
Klar, ich war nicht immer ehrlich zu ihr und konnte ihr auch nicht immer Sachen wie Zuneigung oder Verständnis schenken, doch wieso hätte ich ihr dies vorspielen sollen?
Ja, ich bin ein verdammter Heuchler und bin ebenfalls ein sehr guter Artist, wenn es hart auf hart kommt. Ich spielte ihr gerne was vor- und sie nicht in meiner Liga. Arroganz fucks the World meine Freunde! 
Mein Kollege wechselt sogar meistens seinen Beruf, um an Frauen ranzukommen- wenn nicht auch seinen Namen. Beim Schluss-Machen klappt das allerdings nicht. Die Frau will zu dieser Zeit alles wissen. Sie ist davon überzeugt, die Wahrheit zu erfahren, wieso genau du Schluss machen willst, welche Gründe dafür und dagegen sprechen. Ob du mit einer anderen geschlafen hast oder ob du verdammt nochmals schwul geworden bist. In dieser Situation sinken meine, ja fast schon kabarettistischen Fähigkeiten in den Abgrund und rufen den Herrn Ernst hervor. Ja, es wird  wahrhaftig ernst. Du machst gerade nicht nur Schluss mit dieser Beziehung, sondern mit ihrem ganzen verdammten Leben. So fühlt sie sich jedenfalls. Du nimmst dies auf die leichte Schulter, da du genau weisst, dass es auch ohne sie weitergehen wird. Du weisst, jetzt fängt das wahre Leben wieder an, in dem du frei bist all dies zu tun, was du gerne gemacht hättest, warst du nicht gerade beim Familienspaziergang mit deiner Freundin und Co. 
Gott bewahre was sie gerade durchmacht. Du hast ihr soeben das Abonnement zu deinem Schwanz und die Erlaubnis dich in Aktion zu sehen, gekündigt. Deine Wortwahl und Stammtischpolitik kann sie jetzt nicht mehr ohne einen wirklich wichtigen Grund einfach so unterbrechen oder beeinflussen. Sie hat sich gerade den Gutschein in die Hölle ergattert, und du bist der Dealer
Doch… All dies und all jenes bringt mich so weit wie eine Tüte ohne Gras. Es ist hoffnungslos eine grosse Geschichte darüber zu machen und zu viele Gedanken hiermit zu verschwenden. Es gibt doch noch so viele wirklich wichtigen Dinge in meinem Leben. Zum Beispiel Spielzeugautos von Matchbox oder Sparlampen
Danke, dass es euch gibt. 

Und ja,.. Ich habe wirklich Schluss gemacht.

Koile

Montag, 14. März 2011

Tschernobyl, Japan, Schweiz, Welt(untergang)


Die Bücher haben sich vor meinem Macbook platziert und schauen mich an, als hätten sie nichts anderes zu tun. Elektrotechnik, NIN, Fachzeichnen und all dieser ganze Mist. Lernstoff für Menschen, die sich den Normen der Technik hinknien wollen. Statt zu lernen kann ich abgesehen von Katzen und Seelenengeln an nichts anderes denken als an das Chaos, dass sich momentan auf unserem Planeten abspielt. Das Jahr 2011, ein Vorspiel zum totalen Terror- sei es in der Wirtschaft wie auch Ökologisch. Die Lage ist prekär im Osten, die Leute frustriert, da die Folgen des Fortschritts für Energie und der Leichtsinn der Menschheit ihre Existenz geraubt haben.
Als ich heute in der Schule sass und gequirlte Scheisse in meine Ohren bekommen musste von Spannungsdämpfungen und LNB`s, jagte es mir einen dicken Stein in meinen Hals. Kein Wort verlor er über Japan, kein Laut liess er über diese Katastrophe- unser Lehrer. Alles war ziemlich üblich, als wäre nichts geschehen. Als ziehe sich ein konstant verlaufendes Band durch sein Leben. Ich kriege tagtäglich Blut und Tod zu sehen, jedenfalls im Fernsehen, doch irgendwie kommt mir dies immer noch so surreal vor.
Mir ist klar, dass meinem Lehrer sein Fach nicht der Allgemeinbildung entspricht. Mir ist ebenfalls klar, dass er seinen verfluchten Stoff mit uns durchgehen muss. Doch was mich zutiefst stört, lässt sich durch moralisch nicht korrekte Aspekte definieren. Japan liegt zwar ziemlich weit entfernt. Doch was dort passiert ist, ist eine globale Katastrophe, die zur Prävention unserer atomaren Energie aufruft. Die Menschheit hat in diesen Tagen bewiesen, dass wir anstatt vorzubeugen, doch nur reagieren können. Unser aller Leben hängt leider doch nur an einem seidenen Faden und nicht an einem Hanfseil- wir sind nicht unsterblich. Doch da wir einen rasanten Fortschritt „erleiden“ müssen, gehen wir auch die Risiken ein, mit denen wir Poker spielen. Strip-Poker um die Welt, denn langsam heisst es; „Hosen runter“. Mein Lehrer verlor immer noch kein Wort darüber und prahlte weiter von „DB-MykroVolt“ und liess uns unsere Aufgaben weiterhin lösen. Ich versuchte jetzt meinen Taschenrechner rauszuholen und mich auf dieses Fach zu konzentrieren. Keine Chance. Stattdessen möchte ich jetzt nichts anderes als nach Japan fliegen, um die Lage dort selbst beurteilen zu können. Doch da meine Möglichkeiten begrenzt sind und ich nicht als internationaler Korrespondent arbeite- mit einer Sonderbewilligung zum Luftverkehr natürlich, sitze ich immer noch im Schulzimmer. Müde Stimmung liegt in der Luft, die seelische Abwesenheit ist meinen Schulkameraden leicht anzusehen. Sogar die herumschwirrende Eintagsfliege scheint mehr Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen als unser Diktator vor der Wandtafel. Ja auch er scheint nicht sonderlich begeistert darüber zu sein, hier zu stehen und uns etwas vorzutragen, was er schon seit 20 Jahren behandelt- als würde er auf seine Pensionierung beharren.


Dennoch...

Tschernobyl
Auch wenn ihr euer schlechtes Gewissen mit „Ach Japan, unser Herz gehört euch“, oder Anti-atomaren Aufrufen im Internet besänftigt, bleibe ich immer noch verwirrt darüber, wie schnell wir unsere Meinung, die wir doch seit Jahrzehnten beibehalten haben ändern. Unsere Sichtweise ist wohl schneller umzulenken als wir alle gedacht haben.
Neulich erwähnt man Aussagen von gewissen Bürgern die sich einer Abschaltung aller AKW`s anschliessen würden. Ich möchte ihre Gesichter sehen, wenn sie kein Strom mehr in ihrer armseligen Wohnung mehr hätten und rumjammern. Eine widersprüchliche Konsumgesellschaft die nur immer das gelbe vom Ei haben will. Bleiben wir realistisch und bedenken, dass in Japan viele Faktoren in einem umstrittenen Gebiet sich ergeben haben- ein sogenannter schwarzer Schwan, also etwas was nicht für möglich gehalten wurde. 
Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erstellt, reichten aber nicht aus. Ein Tsunami und ein Erdbeben innert kürzester Zeit, liess kein Erbarmen zu. Doch dass wir gerade jetzt reagieren und unsere Atomenergie überdenken müssen ist doch ziemlich erbärmlich. Äpfel mit Birnen zu vergleichen integriert sich langsam in unserem Mainstream.
...Und statt gegen die bestehenden AKW`s zu kämpfen, die ganz sicher nicht abgebaut werden meine Freunde, sucht nach Lösungen und bedenkt immer UNTER WELCHEN UMSTÄNDEN so etwas passiert ist und nicht WEGEN WEM! Schuldenböcke sind viel zu leicht zu finden.

Koile

Dienstag, 8. März 2011

Kreis der Zeit


Es ist Zeit. 17.00 Uhr- Ich fahre nach Hause. Auf der Heimfahrt schleicht sich wieder dieser Tunnelblick in meine Wahrnehmung, wie jedes Mal. Innerorts mit 80 Stundenkilometern- ich will so schnell wie möglich nach Hause. Könnte ja was verpassen. Obwohl ich noch nichts vorhabe mit dem heutigen Abend, versuche ich ihm zu entfliehen- dem Alltag. Ich reise mit meinem Pickup von der Arbeit zu meiner Freizeit. Eine Pilgerfahrt die sich positiv auf meine Psyche auswirkt, mir ein gewisses Gefühl ermittelt. Das Gefühl, endlich frei zu sein. Das Radio spielt dieselbe Musik- wie jeden Tag. Das Gaspedal verhält sich konstant und kontrolliert- Routine. Der monotone Klang des Motors übertönt fast den Song von REM und neben mir sitzt immer derselbe Typ wenn ich nach Hause fahre- Niemand.
Zuhause angekommen parkiere ich am Parkplatz neben dem Anhänger von meinem Vater- wie jedes Mal. Ich schalte den Motor aus, nur den Motor, da ich noch ein bisschen Radio hören will. Obwohl ich nicht zuhöre mach ich es- wie immer. Es ist ein kurzer Gedankentrip durch den vergangenen Tag. Ich wirke äusserlich wohl ziemlich apathisch in diesem Moment, doch innerlich ist dies ein regelrechter Orgasmus meiner Sinne, für die ich sonst keine Zeit investieren kann. Jetzt schalte ich das Radio aus und schliesse die Augen. Diese Ruhe des Nichts, dieser Zigarettengeruch in meiner Nase, der sich im Laufe der Jahre durch meinen Vorarbeiter ergeben hat, diese Wärme in meiner Arbeitsjacke die ich immer noch nicht ausgezogen habe und diese momentan bequeme Körperhaltung auf dem Fahrersitz meines Pickup`s. Einfach unglaublich dieser Moment. Dieses Gefühl allein zu sein und doch die ganze Welt durch meine Gedanken zu spüren. Doch lange hält dieses Glück nicht an- Flashback. Was folgt sind wieder diese verdammten Depressionen- zwar nur für kurze Zeit, doch dennoch sehr intensiv. Ich mach mir wieder Vorwürfe über mein Dasein in dieser Welt, als wäre ich auch nur eine auswechselbare Schraube dieses Systems. Jedes Mal geht mir dasselbe durch den Kopf und niemals verändert sich irgendwas- wie jedes Mal.
Es reicht. Ich steige aus und bewege meine Schlüssel so, dass es jeder hört- wie jedermann. Ich laufe hinunter zu der Unterführung, die mich zu meiner Haustüre leitet und öffne sie- mit demselben Schlüssel. Ich schreite zum Lift und hoffe, dass niemand sich mir anschliesst. Denn hier will ich allein sein, mich im Spiegel ansehen und tief seufzen- wie immer. Liftfahren...
Der Weg zu meiner Wohnungstüre beengt mich, doch trotzdem schaffe ich es, meine Schuhe auszuziehen- nichts besonderes, immer dasselbe. Ich mache die Türe auf und heuchle meiner Mutter ein herzliches „Hallo“ entgegen. Sie ist erfreut und fragt wie es mir geht- wie jeden Tag. „Klar Mutter, mir geht es gut. Wie immer!“, erwidere ich. Die Pforten meines Zimmers sind offen und ich betrete es mit gesenktem Haupt, ziehe meine Jacke und meine Hosen aus und falle auf mein Bett- wie jeden Abend. Der Abend verläuft sehr gut, habe mich mit Sport und meinen besten Freunden beschäftigt. Doch irgendwas fehlt, ich weiss nur nicht was- wie jedes Mal. Um 23.50 decke ich mich zu und höre Musik- immer die selbe Genre.
Ding Ding Ding! Der Wecker klingelt, es ist Dienstag Morgen- wie jeden Dienstag. Ich steh auf, setze meine Linsen in meine Augen und nehme drei Pillen zu mir. Eine Frucht- Gemüse und Magnesium-Pille, die mein morgentliches Frühstück ersetzen sollten. Angezogen habe ich mich natürlich schon, somit putze ich mir die Zähne und verabschiede mich von meiner Mutter- wie jeden Morgen. Ich schreite in den Lift- hoffentlich ist er noch nicht besetzt. Ich schaue auf das LCD-Display und zähle mit. Vierter, Dritter, Zweiter, Erster Stock- Endlich, das Erdgeschoss. Ich muss mich beeilen. Bin schon 5 Minuten zu spät- wie jeden Tag. Ich jogge zu meinem Pickup und betätige die Zündung. Er springt sofort an- wie jedes Mal. Ich fahre zur Arbeit. Ich fühle mich stoned, denn meine Augen sind immer noch auf Halbmast- wie jede Fahrt.
Ich könnte kotzen und denke daran, was wohl wäre, wenn ich irgend etwas anders gemacht hätte in meinem Leben. Wenn ich zum Beispiel nicht immer dasselbe getan hätte- Wie jedes Mal!