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Donnerstag, 17. März 2011

Schluss machen



Spielzeugauto von Matchbox
Mit deiner Freundin Schluss zu machen ist niemals so einfach wie du es dir eigentlich vorgestellt hast. Du machst dir zuerst Gedanken ob du wirklich Schluss mit Sex, Spass und dem Angeben deiner superheissen Tante, die du im Schlepptau mit zur Party bringst, machen willst. Du wägst die positiven und negativen Erlebnisse ab die du mit ihr erlebt hast und machst schlussendlich ein Fazit ob sie es überhaupt wert war. Machst dir Gedanken über jeden einzelnen Moment den du mit ihr verbracht hast und ordnest ihn in eine Gut-Schlecht-Tabelle ein. Ja, es ist nicht so einfach, der entscheidende Faktor sein zu müssen. Es wäre wohl einfacher wenn SIE Schluss machen würde. Es würde zwar deinen Stolz verletzen und tief an deinem Selbstbewusstsein kratzen, doch das nähmest du jetzt in Kauf. Verdammt was soll ich nur tun. Du hast schon länger darüber nachgedacht, einfach ein Ende zu setzen und dem Single-Leben wieder eine Chance zu geben, sprich deinem Schicksal die Macht darüber freizugeben, welche Frau an welchem Ort und zu welcher Zeit du beglücken würdest. 
Aber wenn ich so darüber nachdenke hat sie es nicht verdient, verlassen zu werden. Hab ich das soeben wirklich geschrieben? Schwarz auf Weiss? So sei es… Jedenfalls gab mir die Menschheit niemals richtig zu verstehen, was eigentlich Liebe ist. Philosophen wie Precht, Kritiker wie Malte Wedding schrieben darüber, versuchten sie neu zu definieren. Doch schlussendlich bleibt es auch nur eine bestimmte Definition und daraus ergibt sich wohl bekanntlich selten ein Resultat. Tausende Filme, abertausende Songs und zahlreiche Bücher wurden über dieses eigentlich simple Wort verfasst und doch bleibt es allen ein Rätsel. 
Doch zurück zum Thema. Was soll ich jetzt tun? Ich hab sie angerufen und den Putsch dieser Beziehung schon angedeutet. Sie fing wieder an, kläffend wie ein Pudel, wobei ich mich während dieser Phase lieber mit der Installation des neuen Flash Players befasste. Version 10.1- ist wirklich zu empfehlen. Flash Player wurde erfolgreich installiert und ich begann mir erst jetzt Gedanken darüber zu machen, womit ich mich hier eigentlich eingelassen habe. Schluss machen? Standhalten und beharren? Was man hat, das meidet man. Was man nicht besitzt, muss unbedingt her- egal was es kostet. Doch auch die Antithese behält ihr Recht; "Was man gemieden hat, will man irgendwann wieder zurück". Darum bleibt meine Entscheidung noch in der Wüste liegen. 
Das Telefongespräch läuft schon seit 10 Minuten auf der selben Partei und daraus griff ich diesen unglaublichen Satz mit meinem beinahe verlorenen Auffassungsvermögen.

Aufgedrehte Freundin: "Ich hab dir doch gestern noch ein kleines Briefchen geschrieben, womit ich dir meine Liebe  bewiesen habe- und jetzt willst du Schluss machen?!"

Oh…Mein…Gott.

Sparlampe
Kann sie das wirklich mit mir antun? Ist dieser Satz die Offenbarung ihres eigentlichen Alters? Sie kann doch nicht allen Ernstes  ihr "Briefchen" als Zeitverzögerung des Schluss-Machens benutzen. Nur weil Merkel eine Frau ist, heisst das noch lange nicht, dass die Revolution der Emanzipation gerechtfertigt ist. Ich weiss, schlechter Vergleich- doch ich darf das. Ich bin der Mann der entscheidet, Verantwortung trägt und jede Scheisse auf sich nimmt. Ich bin der Mann, der sich dann anhören muss wie sie kotzend alleine nach Hause laufen musste und ich bin der Mann der zur weissen Fahne greifen soll, wenn sie wieder einmal ihre zwei besten Freunde vorstellt; Drama und Idiotie.
Klar, ich war nicht immer ehrlich zu ihr und konnte ihr auch nicht immer Sachen wie Zuneigung oder Verständnis schenken, doch wieso hätte ich ihr dies vorspielen sollen?
Ja, ich bin ein verdammter Heuchler und bin ebenfalls ein sehr guter Artist, wenn es hart auf hart kommt. Ich spielte ihr gerne was vor- und sie nicht in meiner Liga. Arroganz fucks the World meine Freunde! 
Mein Kollege wechselt sogar meistens seinen Beruf, um an Frauen ranzukommen- wenn nicht auch seinen Namen. Beim Schluss-Machen klappt das allerdings nicht. Die Frau will zu dieser Zeit alles wissen. Sie ist davon überzeugt, die Wahrheit zu erfahren, wieso genau du Schluss machen willst, welche Gründe dafür und dagegen sprechen. Ob du mit einer anderen geschlafen hast oder ob du verdammt nochmals schwul geworden bist. In dieser Situation sinken meine, ja fast schon kabarettistischen Fähigkeiten in den Abgrund und rufen den Herrn Ernst hervor. Ja, es wird  wahrhaftig ernst. Du machst gerade nicht nur Schluss mit dieser Beziehung, sondern mit ihrem ganzen verdammten Leben. So fühlt sie sich jedenfalls. Du nimmst dies auf die leichte Schulter, da du genau weisst, dass es auch ohne sie weitergehen wird. Du weisst, jetzt fängt das wahre Leben wieder an, in dem du frei bist all dies zu tun, was du gerne gemacht hättest, warst du nicht gerade beim Familienspaziergang mit deiner Freundin und Co. 
Gott bewahre was sie gerade durchmacht. Du hast ihr soeben das Abonnement zu deinem Schwanz und die Erlaubnis dich in Aktion zu sehen, gekündigt. Deine Wortwahl und Stammtischpolitik kann sie jetzt nicht mehr ohne einen wirklich wichtigen Grund einfach so unterbrechen oder beeinflussen. Sie hat sich gerade den Gutschein in die Hölle ergattert, und du bist der Dealer
Doch… All dies und all jenes bringt mich so weit wie eine Tüte ohne Gras. Es ist hoffnungslos eine grosse Geschichte darüber zu machen und zu viele Gedanken hiermit zu verschwenden. Es gibt doch noch so viele wirklich wichtigen Dinge in meinem Leben. Zum Beispiel Spielzeugautos von Matchbox oder Sparlampen
Danke, dass es euch gibt. 

Und ja,.. Ich habe wirklich Schluss gemacht.

Koile

Montag, 14. März 2011

Tschernobyl, Japan, Schweiz, Welt(untergang)


Die Bücher haben sich vor meinem Macbook platziert und schauen mich an, als hätten sie nichts anderes zu tun. Elektrotechnik, NIN, Fachzeichnen und all dieser ganze Mist. Lernstoff für Menschen, die sich den Normen der Technik hinknien wollen. Statt zu lernen kann ich abgesehen von Katzen und Seelenengeln an nichts anderes denken als an das Chaos, dass sich momentan auf unserem Planeten abspielt. Das Jahr 2011, ein Vorspiel zum totalen Terror- sei es in der Wirtschaft wie auch Ökologisch. Die Lage ist prekär im Osten, die Leute frustriert, da die Folgen des Fortschritts für Energie und der Leichtsinn der Menschheit ihre Existenz geraubt haben.
Als ich heute in der Schule sass und gequirlte Scheisse in meine Ohren bekommen musste von Spannungsdämpfungen und LNB`s, jagte es mir einen dicken Stein in meinen Hals. Kein Wort verlor er über Japan, kein Laut liess er über diese Katastrophe- unser Lehrer. Alles war ziemlich üblich, als wäre nichts geschehen. Als ziehe sich ein konstant verlaufendes Band durch sein Leben. Ich kriege tagtäglich Blut und Tod zu sehen, jedenfalls im Fernsehen, doch irgendwie kommt mir dies immer noch so surreal vor.
Mir ist klar, dass meinem Lehrer sein Fach nicht der Allgemeinbildung entspricht. Mir ist ebenfalls klar, dass er seinen verfluchten Stoff mit uns durchgehen muss. Doch was mich zutiefst stört, lässt sich durch moralisch nicht korrekte Aspekte definieren. Japan liegt zwar ziemlich weit entfernt. Doch was dort passiert ist, ist eine globale Katastrophe, die zur Prävention unserer atomaren Energie aufruft. Die Menschheit hat in diesen Tagen bewiesen, dass wir anstatt vorzubeugen, doch nur reagieren können. Unser aller Leben hängt leider doch nur an einem seidenen Faden und nicht an einem Hanfseil- wir sind nicht unsterblich. Doch da wir einen rasanten Fortschritt „erleiden“ müssen, gehen wir auch die Risiken ein, mit denen wir Poker spielen. Strip-Poker um die Welt, denn langsam heisst es; „Hosen runter“. Mein Lehrer verlor immer noch kein Wort darüber und prahlte weiter von „DB-MykroVolt“ und liess uns unsere Aufgaben weiterhin lösen. Ich versuchte jetzt meinen Taschenrechner rauszuholen und mich auf dieses Fach zu konzentrieren. Keine Chance. Stattdessen möchte ich jetzt nichts anderes als nach Japan fliegen, um die Lage dort selbst beurteilen zu können. Doch da meine Möglichkeiten begrenzt sind und ich nicht als internationaler Korrespondent arbeite- mit einer Sonderbewilligung zum Luftverkehr natürlich, sitze ich immer noch im Schulzimmer. Müde Stimmung liegt in der Luft, die seelische Abwesenheit ist meinen Schulkameraden leicht anzusehen. Sogar die herumschwirrende Eintagsfliege scheint mehr Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen als unser Diktator vor der Wandtafel. Ja auch er scheint nicht sonderlich begeistert darüber zu sein, hier zu stehen und uns etwas vorzutragen, was er schon seit 20 Jahren behandelt- als würde er auf seine Pensionierung beharren.


Dennoch...

Tschernobyl
Auch wenn ihr euer schlechtes Gewissen mit „Ach Japan, unser Herz gehört euch“, oder Anti-atomaren Aufrufen im Internet besänftigt, bleibe ich immer noch verwirrt darüber, wie schnell wir unsere Meinung, die wir doch seit Jahrzehnten beibehalten haben ändern. Unsere Sichtweise ist wohl schneller umzulenken als wir alle gedacht haben.
Neulich erwähnt man Aussagen von gewissen Bürgern die sich einer Abschaltung aller AKW`s anschliessen würden. Ich möchte ihre Gesichter sehen, wenn sie kein Strom mehr in ihrer armseligen Wohnung mehr hätten und rumjammern. Eine widersprüchliche Konsumgesellschaft die nur immer das gelbe vom Ei haben will. Bleiben wir realistisch und bedenken, dass in Japan viele Faktoren in einem umstrittenen Gebiet sich ergeben haben- ein sogenannter schwarzer Schwan, also etwas was nicht für möglich gehalten wurde. 
Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erstellt, reichten aber nicht aus. Ein Tsunami und ein Erdbeben innert kürzester Zeit, liess kein Erbarmen zu. Doch dass wir gerade jetzt reagieren und unsere Atomenergie überdenken müssen ist doch ziemlich erbärmlich. Äpfel mit Birnen zu vergleichen integriert sich langsam in unserem Mainstream.
...Und statt gegen die bestehenden AKW`s zu kämpfen, die ganz sicher nicht abgebaut werden meine Freunde, sucht nach Lösungen und bedenkt immer UNTER WELCHEN UMSTÄNDEN so etwas passiert ist und nicht WEGEN WEM! Schuldenböcke sind viel zu leicht zu finden.

Koile

Dienstag, 8. März 2011

Kreis der Zeit


Es ist Zeit. 17.00 Uhr- Ich fahre nach Hause. Auf der Heimfahrt schleicht sich wieder dieser Tunnelblick in meine Wahrnehmung, wie jedes Mal. Innerorts mit 80 Stundenkilometern- ich will so schnell wie möglich nach Hause. Könnte ja was verpassen. Obwohl ich noch nichts vorhabe mit dem heutigen Abend, versuche ich ihm zu entfliehen- dem Alltag. Ich reise mit meinem Pickup von der Arbeit zu meiner Freizeit. Eine Pilgerfahrt die sich positiv auf meine Psyche auswirkt, mir ein gewisses Gefühl ermittelt. Das Gefühl, endlich frei zu sein. Das Radio spielt dieselbe Musik- wie jeden Tag. Das Gaspedal verhält sich konstant und kontrolliert- Routine. Der monotone Klang des Motors übertönt fast den Song von REM und neben mir sitzt immer derselbe Typ wenn ich nach Hause fahre- Niemand.
Zuhause angekommen parkiere ich am Parkplatz neben dem Anhänger von meinem Vater- wie jedes Mal. Ich schalte den Motor aus, nur den Motor, da ich noch ein bisschen Radio hören will. Obwohl ich nicht zuhöre mach ich es- wie immer. Es ist ein kurzer Gedankentrip durch den vergangenen Tag. Ich wirke äusserlich wohl ziemlich apathisch in diesem Moment, doch innerlich ist dies ein regelrechter Orgasmus meiner Sinne, für die ich sonst keine Zeit investieren kann. Jetzt schalte ich das Radio aus und schliesse die Augen. Diese Ruhe des Nichts, dieser Zigarettengeruch in meiner Nase, der sich im Laufe der Jahre durch meinen Vorarbeiter ergeben hat, diese Wärme in meiner Arbeitsjacke die ich immer noch nicht ausgezogen habe und diese momentan bequeme Körperhaltung auf dem Fahrersitz meines Pickup`s. Einfach unglaublich dieser Moment. Dieses Gefühl allein zu sein und doch die ganze Welt durch meine Gedanken zu spüren. Doch lange hält dieses Glück nicht an- Flashback. Was folgt sind wieder diese verdammten Depressionen- zwar nur für kurze Zeit, doch dennoch sehr intensiv. Ich mach mir wieder Vorwürfe über mein Dasein in dieser Welt, als wäre ich auch nur eine auswechselbare Schraube dieses Systems. Jedes Mal geht mir dasselbe durch den Kopf und niemals verändert sich irgendwas- wie jedes Mal.
Es reicht. Ich steige aus und bewege meine Schlüssel so, dass es jeder hört- wie jedermann. Ich laufe hinunter zu der Unterführung, die mich zu meiner Haustüre leitet und öffne sie- mit demselben Schlüssel. Ich schreite zum Lift und hoffe, dass niemand sich mir anschliesst. Denn hier will ich allein sein, mich im Spiegel ansehen und tief seufzen- wie immer. Liftfahren...
Der Weg zu meiner Wohnungstüre beengt mich, doch trotzdem schaffe ich es, meine Schuhe auszuziehen- nichts besonderes, immer dasselbe. Ich mache die Türe auf und heuchle meiner Mutter ein herzliches „Hallo“ entgegen. Sie ist erfreut und fragt wie es mir geht- wie jeden Tag. „Klar Mutter, mir geht es gut. Wie immer!“, erwidere ich. Die Pforten meines Zimmers sind offen und ich betrete es mit gesenktem Haupt, ziehe meine Jacke und meine Hosen aus und falle auf mein Bett- wie jeden Abend. Der Abend verläuft sehr gut, habe mich mit Sport und meinen besten Freunden beschäftigt. Doch irgendwas fehlt, ich weiss nur nicht was- wie jedes Mal. Um 23.50 decke ich mich zu und höre Musik- immer die selbe Genre.
Ding Ding Ding! Der Wecker klingelt, es ist Dienstag Morgen- wie jeden Dienstag. Ich steh auf, setze meine Linsen in meine Augen und nehme drei Pillen zu mir. Eine Frucht- Gemüse und Magnesium-Pille, die mein morgentliches Frühstück ersetzen sollten. Angezogen habe ich mich natürlich schon, somit putze ich mir die Zähne und verabschiede mich von meiner Mutter- wie jeden Morgen. Ich schreite in den Lift- hoffentlich ist er noch nicht besetzt. Ich schaue auf das LCD-Display und zähle mit. Vierter, Dritter, Zweiter, Erster Stock- Endlich, das Erdgeschoss. Ich muss mich beeilen. Bin schon 5 Minuten zu spät- wie jeden Tag. Ich jogge zu meinem Pickup und betätige die Zündung. Er springt sofort an- wie jedes Mal. Ich fahre zur Arbeit. Ich fühle mich stoned, denn meine Augen sind immer noch auf Halbmast- wie jede Fahrt.
Ich könnte kotzen und denke daran, was wohl wäre, wenn ich irgend etwas anders gemacht hätte in meinem Leben. Wenn ich zum Beispiel nicht immer dasselbe getan hätte- Wie jedes Mal!