Paul hat
jetzt Internet. Paul hat jetzt ein neues Notebook. Zufriedenheit ist jetzt kein
Fremdwort mehr. Doch Paul hat keine Frau, somit auch keine Zärtlichkeiten am
Abend, keine meist nervenden Ratschläge am Mittagstisch, der von einer solchen
gedeckt wurde. Paul setzt sich Abends nicht an den Tisch und besteht auf ein
warmes Essen. Stattdessen setzt er sich jeden Abend vor den Fernseher, trinkt
seinen kalten Ice Tea und schlürft mit einem Strohhalm aus dem Aldi sein
Yoghurt, das aus der selben Gesellschaft erworben wurde. Paul ist...
Ja
eigentlich ist er nichts.
Jedoch hat
Paul jetzt Internet. Und Paul hat jetzt ein neues Notebook. Er öffnet die
elektronische Partnerschaftsvermittlung und sieht sich den Markt genauer an. Es
ist wie eine Börse, jedoch ohne Index und steigenden Wert von Papieren. Dieser
Markt ist etwas ganz besonderes, denn dort stellen sich Individuen zur
Verfügung, um kennengelernt, besser gesagt; flachgelegt zu werden. Ach nein, da
gibt es ja noch solche die wirklich Kinder von Männern wollen, die sie mit
einer Tastatur ergattert haben. Jedoch ist das sehr gut für Paul, der
eigentlich ein sehr lieber Kerl ist und eine relativ sichere Arbeitsstelle
bestitzt. Er surft und surft- leider nur im Internet.
Da...
Karin, die blonde Ungarin mit „Monster-Titten“ und „Tanz-Arsch“. Ulrike, die
reife Hausfrau aus Deutschland die es gern mit dem Besen macht. Oder doch lieber
Fabienne, die dicke Französin, die sehr gut Französisch kann?
Paul kann
sich nicht entscheiden und bucht die Frau, die er am liebsten am
Frühstückstisch hätte. Die Frau mit den „Monster-Titten“.
Er trifft
sich.
Karin,
falls sie es vergessen haben- die mit den Monstertitten, liegt in seiner
Sichtweite. Er hat sich mit ihr auf dem Paradeplatz in Zürich verabredet. Zu
einem Kaffee versteht sich.
Er setzt
sich. Sie setzt sich auch, jedoch ein bisschen verzögert, da man ihm mit dem
„Tanz-Arsch“ nicht zuviel versprochen hat. Er fragt sie, was sie bestellen
möchte, doch Karin schaut ihn an, als hätte sie sich gerade den Stuhlgang nicht
verkneifen können. Karin macht nur eine einzige Geste, die ihre Sucht zu
Nikotin offenbart. Sie packt Zigaretten aus ihrer gefälschten Louis Vuitton
Tasche aus und zündet sich eine an. Was soll das- denkt sich Paul, der sich
gerade einen Ice Tea bestellt hat. Er versucht weiterhin das Gespräch
aufzubauen und setzt sich näher zu Karin. Diese weist seine Annäherung mit
einem Umlaut ab, den er nicht versteht. Wahrscheinlich nur etwas östliches
Gerede- denkt sich Paul und stellt sich Putin mit langen Haaren vor.
Er legt
seine rechte Hand auf ihren Oberschenkel und versucht es mit Englisch: „Äi eem
Pool, hau aar yuu?“ Weiterhin stilles Schweigen von Karin.
Paul ist
genervt, bezahlt den Ice Tea und macht sich auf die Socken. Als er Abends nach
Hause kommt ist alles noch beim alten. Paul bestellt sich eine Pizza und ein
Six-Pack Ice Tea. Er schläft ein und träumt von einer ungarischen Hochzeit.
Am nächsten
Tag nach der Arbeit, macht er sich mit seinen Arbeitskollegen auf eine Sauftour
in der Stadt. Als der Abend so richtig lustig zu werden scheint, begeben sie
sich in das schlechteste Bordell der Stadt um so richtig einen drauf zu machen.
Mark, sein bester Freund, bestellt den billigsten Sekt im Angebot und lässt
sich von zwei Frauen umgarnen. Paul jedoch ist deprimiert und hat schon fast
schlechtes Gewissen, da er dies seit fast fünf Jahren so macht. Fast die Hälfte
jedes Monatslohnes bezahlt er für solche Spritztouren, die ihm schlussendlich
doch nur Trost schenken. Als er sich aber umdreht, traut er seinen Augen kaum.
Karin.
Karin ist
eine Hure.
Karin
verkauft sich für Sex und ist eine Hure.
Karin, die
nicht Deutsch kann und sich mit ihm getroffen hat, verkauft sich für Sex und
ist eine Hure.
Doch
irgendwie sieht sie anders aus, oder er nimmt sie anders wahr, denn gerade hat
er sich bis über beide Ohren verliebt. Er versucht sie nochmals anzusprechen,
wobei er doch eigentlich weiss, dass sie nur das versteht, woher sie gekommen
ist- Bahnhof.
Er lädt sie
zu schlechtem Sekt ein und sie bietet ihm die Hand, um sofort zur Sache zu
gehen. Er folgt ihr auf ihr Zimmer. Auf dem Nachttisch liegt Toilettenpapier
und Billigkondome. Sie setzt sich auf das Bett und fängt wieder an wie Putin zu
reden. Paul verkehrt mit ihr für eine halbe Stunde. Er zieht sich seine Jeans
wieder an, bezahlt und ruft Mark.
Paul geht
nach Hause. Er ist zufrieden- er hat jetzt Internet und ein neues Notebook.
Koile
Koile
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